Erste Ergebnisse

Ein Ortsippenbuch lebt von einer ordentlichen Menge Daten. Die ersten 8 Jahre meiner Sammlung die Familiendaten der Jahre Ende 1827 bis Ende 1836 von Abel bis Würzburg habe ich schon zusammengestellt und in Unterverzeichnissen geordnet können sie jetzt durchforstet werden.

 

HINWEISE zur SORTIERUNG der Familien

 

Ein paar Hinweise zu meinen Versuchen die Familien "zusammenzufügen" möchte ich im Vorfeld noch angeben.

Die Daten sind von mir zum einen unter den Familiennamen und zum zweiten unter dem Beruf des Vaters sortiert. Unter weiterer Berückschtigung der Lebensdaten und des Wohnortes (Parochie und Hausnummer) habe ich versucht nach den offensichtlichen Zugehörigkeiten die Personen zu einer Familie zu sortieren. Die Richtigkeit dieser "Zuordnung" muss aber in jedem Fall noch genau geprüft werden. Manche Verbindung habe ich bestimmt auch übersehen. Kinder die in den Jahren 1828-1836 in Halle geboren und gestorben sind sind meistens doppelt angegeben.

 

In die Listen wurden auch die Heiraten der Frauen, die mit dem Zusatz verwitwet FN oder auch geboren FN zu den Familiennamen gehören, einsortiert. Eine Zuordnung zu bestimmten Familien gelingt aber in diesen Fällen Aufgrund des nur "kurzen Zeitraums" nur selten.

 

Die Zuordnung der unehelichen Kinder gelingt leider nicht. Als einzigste Möglichkeit sehe ich den Versuch über die Adresssenbücher auf die Hausbewohner und danach auf den Namen des Kindes zu schließen. Da aber unter einer Hausnummer meistens mehrere Familien leben bleibt die Zurodnung eine Annahme und muss weiter geprüft werden. 

 

Die berechneten Geburtsdaten stimmen manchmal mit den Daten aus dem Wochenblatt überein, manches mal liegen sie knapp, manchmal ordentlich daneben. Die Berechnung erfolgte nach dem angegebenen Alter. Recht häufig wurde dieses nur sehr ungenau angegeben. Manchmal wird nur das Alter in Jahren angegeben, besonders von älteren Menschen oder in schwierigen Zeiten z.B. in Zeiten der Colera auch von den jung Verstorbenen. Man hatte zuwenig Auskunft oder nicht genug Zeit die Lebensdaten der Verstorbenen aufzulisten. Auch hier sollte noch genauer geprüft werden. 

 

Teilweise habe ich Anzeigen aus dem Wochenblatt mit eingearbeitet. Dies ist aber eher Zufällig, eine systematische Suche ist noch zu tun. 

 

GESCHICHTEN

 

Hunderte von Familien, noch mehr Menschen in ihren Berufen, in ihren Straße der Stadt Halle werden zu neuem Leben erweckt.

Beim durchlesen der Berufe fällt natürlich auf, dass sich durch die Besonderheit der Salzherstellung in Halle auch besondere Berufsstände ergaben. Bornknechte, Salzwirker, Aufläder, Pfannenschmiede, Koteneigenthümer und viele andere mehr. Anderes ist wahrscheinlich typischer für eine Stadt in dieser Zeit. Es leben hier viele Schumacher und noch mehr Strumpfwirker, Tischler und Schmiede. Die Stadt muss funktionieren und so gibt es auch immer mehr administrative Berufe.

 

Ein Ausdruck der Lebensart der damaligen Menschen, die in den Listen deutlich zu sehen ist,  ist zum Beispiel die ungleiche Behandlung der unehelichen Kinder. Diese werden in den Listen nicht mit ihrem Namen genannt. Die eigenartigen Gründe einer solchen ungleichen Behandlung können Anhand einer Abhandlung aus dem Jahre 1802 einmal bestaund werden. Ihre Existenz konnte allerdings nicht einfach ignoriert werden. Es sind einfach viel zu viele. Deshalb gibt es ihre Geburtstage oder Todestage ohne ihre Namen und Nachnamen. Mit etwas Geduld kann man aber versuchen über einen Vergleich der zur Geburt angegebenen Hausnummern wenigstens Hinweise zu ihre Nachnahmen zu erfahren. Es gibt hierzu übrigens zahlreiche Adressenbücher der Stadt Halle über den Internetauftritt der Digitalbibliothek der Universität Halle zum durchforsten. 

 

Und dann gibt es natürlich noch viele spannende Merkwürdigkeiten die bei der Auswertung zu Tage treten. Der Witwer der schnell die Frau seines verstorbenen Bruders heiratet, Familien mit zahlreichen Kindern und jedes Jahr kommt eins dazu. Die Geburt des Kindes kurz vor und sehr kurz nach der Heirat, die wunderbarsten Vornamen und davon gleich vier. Der Sohn der genau den gleichen Namen des grad verstobenen Bruders bekommt. Geschichten so zahlreich wie die Bürger der Stadt.

Natürlich spiegeln sich auch die traurige Begebenheiten wieder. Die vielen Kinder die im frühen Alter sterben, die Mütter die oft kurz nach der Geburt sterben, die Spuren der Cholera die in der Stadt wütet. Oder die verünglückten Kinder des Handarbeiters Moog deren tragischer Tod, letztendlicher der Anlaß der Gründung der ersten Kinder-Bewahr-Anstalt in Halle wurde.

   

Zum Staunen, hab ich unten einmal den Anfang meiner derzeitigen Datensammlung aufgeführt. Da ich die Daten hier nach Geburtstag sortiert habe erscheinen am Anfang der Liste natürlich alle ganz alt gewordenen Hallenser dieser Zeit. Das Alter des ältesten Bürger dieser Zeit, der  Zimmergeselle Richter, wird mit 99 Jahren und 6 Monaten angegeben.

 

Geboren ber.

Gestorben        
06.02.1731 06.02.1828 Tagelöhner Thiele   Entkräftung
30.04.1733 24.09.1830 Leinweber Schweigert Wittwe Entkräftung
16.02.1734 16.02.1832   Peter Marie Cholera
04.11.1734 11.01.1829 Gerentner im Thale Pönitsch Wittwe Entkräftung
04.11.1734 04.05.1834 Zimmergeselle Richter   Steckfluß
03.12.1734 18.02.1830 Salzsiedemeister Kruspe   Entkräftung
21.02.1736 21.02.1831 Maurergeselle Quellmalz Wittwe Entkräftung
18.10.1736 18.10.1831 Strumpfwirker  Glänz   Entkräftung
12.02.1737 12.02.1829 Stärkefabrikant Sühne   Entkräftung
22.03.1737 22.08.1828 Salzsiedemeister Knaut   Altersschwäche
18.10.1737 22.07.1828 Huthmann zu Ilbersdorf Schreiber Wittwe Altersschwache
23.06.1738 04.06.1830 Tagelöhner Hotze   Altersschwäche
18.08.1738 20.10.1829 Oekonom Dorenberg   Lungenschlag

 

 

   Auszug aus Hallisches Patriotisches Wochenblatt 1828
Auszug aus Hallisches Patriotisches Wochenblatt 1828